Patienten nutzen gerne die Online-Terminbuchung.

Warum die Online-Terminbuchung für Arztpraxen und Patienten immer wichtiger wird

Die Digitalisierung ist in vollem Gange, aber viele Arztpraxen hinken hinterher. Während immer mehr Patienten online Termine buchen wollen, ist das Angebot überschaubar. Warum es wichtig ist mitzuhalten und wie Sie online Termine zur Verfügung stellen, erklärt dieser Artikel.

Bestandsaufnahme: Was wollen Patienten, was bieten Ärzte?

Laut einer repräsentativen bitkom-Umfrage haben bereits 18 Prozent der Internetnutzer online einen Arzttermin vereinbart. Rund 40 Prozent können sich ebenfalls vorstellen, hier aktiv zu werden. Gleichzeitig gibt es immer noch viele Ärzte, die noch nicht einmal eine eigene Webseite haben. Für Ärzte, die bereits im Netz sind, ist die Online-Terminbuchung häufig Neuland. Aber das ändert sich zunehmend.

Vorteile der Online-Terminbuchung für Arztpraxen und Patienten

Der Vorteil für die Patienten liegt auf der Hand: Sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit ihren nächsten Arzttermin buchen. Auf die Sprechstundenzeiten sind sie nicht mehr angewiesen. Tatsächlich verzeichnete der Anbieter Doctolib, dass 40 Prozent der über die Plattform gebuchten Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden.

Aber auch Ärzte können von dieser Entwicklung profitieren. So entlastet die Online-Terminbuchung das Praxispersonal, das weniger Telefonanrufe entgegennehmen muss. Gleichzeitig kann dieser Service ein Wettbewerbsvorteil sein: Wer beispielsweise aufgrund von akuten Zahnschmerzen schnell einen Termin vereinbaren möchte und neu in einer Stadt ist, könnte die bequeme Online-Lösung bevorzugen. Vor allem, wenn in einer anderen Praxis ständig besetzt ist oder die Mitarbeiter in der Mittagspause sind.

Wer im Netz bucht, kann online an seinen Arzttermin erinnert werden. Die Termintreue lässt sich auf diese Weise womöglich steigern. Tatsächlich scheinen viele Ärzte zufrieden mit der Online-Terminbuchung zu sein. Jedenfalls würden sich laut einer jameda-Umfrage 93 % der Ärzte, die die Online-Terminlösung auf dieser Plattform nutzen, wieder dafür entscheiden.

Natürlich kostet die Integration eines Online-Terminbuchungssystems etwas Zeit. Die erste Frage, die sich viele Ärzte stellen: Welche Anbieter gibt es und welcher ist der richtige für mich?

Was leistet welcher Anbieter?

Der Markt der Online-Terminlösungen ist ständig in Bewegung. Erst vor zwei Jahren drängte der französische Anbieter Doctolib auf den deutschen Markt. Im selben Jahr übernahm das luxemburgische Unternehmen Doctena die damals marktführende Buchungsplattform doxter. Gleichzeitig rüstete das Arztempfehlungsportal jameda auf, das mittlerweile ebenfalls eine Online-Terminlösung anbietet. Wir stellen die einzelnen Anbieter und ihre Leistungen in einer kurzen Übersicht vor.

Docotlib
Kunden erhalten auf Doctolib ein Profil, das detaillierte Informationen über die Praxis enthält. Bewertungen gibt es keine. Über die Plattform buchen Patienten Termine in Echtzeit, an die sie per SMS erinnert werden. Sie können die Termine auch online stornieren. Bei häufigem Nichterscheinen können sie gesperrt werden. Die Patientendaten werden anonymisiert bei einem für Datenschutz zertifizierten Hosting-Partner gespeichert.

Preis: 129 Euro/Monat, jederzeit kündbar

Doctena
Auf Doctena können Patienten ebenfalls Termine vereinbaren. Die Ärzte-Profile enthalten lediglich die Adresse und die Eingabemaske für die Terminbuchung. Patienten erhalten kurz vor dem Termin eine SMS als Erinnerung. Bei Bedarf ist auch eine Online-Stornierung möglich. Außerdem gibt es Wartelisten für kürzlich frei gewordene Termine. Ärzte können Zeiten für bestimmte Behandlungen festlegen, auch für mehrere Kollegen.

Doctena hat ein Siegel des Deutschen Instituts für Qualitätsstandards und -prüfung für gute Servicequalität erhalten.

jameda
Auf dem Arztempfehlungsportal jameda können Ärzte ihr Profil kostenpflichtig mit Informationen anreichern, um auf dem reichweitenstarken Portal neue Patienten zu gewinnen. Sie werden unabhängig vom Kundenstatus bewertet und können sich für die Terminbuchung freischalten lassen. jameda ist vom TÜV für Datenschutz zertifiziert.

Die angebotenen Termine sind je nach Länge und Behandler individualisierbar. Eine Synchronisation ist bislang mit drei Praxiskalendern möglich: medatixx „x.time“, samedi® und EVIDENT. Die Online-Terminlösung ist auch auf der eigenen Praxis-Webseite integrierbar. Buchende Patienten erhalten eine Erinnerung per SMS.

Preis: erste 6 Monate kostenfrei, danach (je nach gebuchtem jameda-Paket) zwischen 0 und 99 Euro/Monat

Arzttermine.de
Ärzte können kostenlos Profile einrichten lassen, die Leistungen der Praxen und Bewertungen verifizierter Patienten enthalten. Die Bewertungsmöglichkeit kann allerdings auch abgestellt werden.

Patienten buchen Termine entweder online oder Mitarbeiter von Arzttermine.de rufen in der Praxis zur Terminvereinbarung an. Sie erinnern die Patienten außerdem telefonisch an anstehende Termine. Eine Anbindung an bestehende Praxissoftware ist also nicht notwendig.

Preis: Für jeden Neupatienten erhält Arzttermine.de eine Prämie, die zwischen 10 und 50 Euro liegt. Es gibt keine Grundgebühr und keine Mindestlaufzeit.

Klassische Praxissoftware

Darüber hinaus gibt es viele weitere Anbieter, die Termine vermitteln und dadurch Neupatienten generieren. Auch klassische Praxissoftware, die Online-Terminbuchungsfunktionen zur Verfügung stellen, sind eine Alternative. Auf der eigenen Homepage holen Ärzte ihre Patienten dort ab, wo sie häufig nach Kontaktdaten suchen und einen Termin vereinbaren wollen.

Fazit

Ärzte, die eine Online-Terminbuchung anbieten, sparen nicht nur Zeit beim Praxismanagement, sondern zeigen, dass sie sehr patientenorientiert denken und handeln. Anbieter gibt es genug. Ärzte sollten diese Chance erkennen und nutzen.