Reif & Kollegen Insights: David Wagner über Social Media und Online-Medienarbeit

Online-Medienarbeit, Linkmanagement und Social Media für Ärzte sind die Hauptaufgabenbereiche von David Wagner. Was er dabei genau macht und wie er Praxen damit hilft, bekannter zu werden, erfahren Sie im folgenden Interview.

David, du bist verantwortlich für die Medienarbeit in der Agentur und kümmerst dich um die Social-Media-Präsenz unserer Kunden. Was genau sind deine Aufgaben?

Ich greife die Frage in chronologischer Reihenfolge auf. Bei der Medienarbeit richte ich mich nach den Behandlungsschwerpunkten und Wünschen unserer Kunden. Dabei liegt der Fokus oft auf der Steigerung des Bekanntheitsgrades, einem bestimmten Krankheitsbild oder einer Behandlungsmethode. Backlinks, die von externen Webseiten zur Webseite unseres Kunden führen, können hierbei hilfreich sein – ein Muss sind sie aber nicht.

Mein Blick richtet sich bei meiner Arbeit besonders auf die Relevanz eines Publikums- oder Fachmagazins, sei diese auf der Lokalität oder der fachlichen Bedeutsamkeit des Mediums begründet. Meine Aufgaben hier sind relativ weit gefasst. Ich recherchiere je nach Fachgebiet des Arztes nach relevanten Medien, trete mit unseren Kunden und Redaktionen in Kontakt, plane die Beiträge gemeinsam mit unserem Content Management und überwache laufende Medienkooperationen bis hin zur erfolgreichen Veröffentlichung.

Weiter betreue ich die Social-Media-Kanäle unserer Kunden. In Absprache mit den Kunden generiere ich Inhalte, plane und veröffentliche diese auf den gewünschten Kanälen. Spezielle Social-Media-Tools helfen mir dabei.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Linkmanagement. Zum Linkaufbau gehört, je nach Ausrichtung, auch die Medienarbeit. Zudem fallen hierunter ganz klassisch die Pflege und der Aufbau von Branchen- und Unternehmensprofilen sowie die Optimierung und Pflege von Google My Business- und jameda-Profilen. Auf die Branche zugeschnitten übernehme ich auch den Aufbau von Einträgen in Arzt- und Therapeutensuchen und überwache die Einträge unserer Mediziner in Fach-Gesellschaften. Wichtig ist, dass sich für jeden Kunden  unterschiedliche Schwerpunkte und Möglichkeiten im Offpage-SEO ergeben. Eine große Hilfe sind mir dabei Backlinkanalysen, die ich über verschiedene Tools anstoße und bearbeite. Mein wichtigstes Werkzeug sind hierfür die Linkresearchtools. Zum Linkmanagement zählt aber nicht nur der Aufbau sinnvoller Links zur Webseite des Kunden, sondern auch der Abbau von schädlichen Linkquellen.

Warum ist es wichtig, Online-Medienarbeit zu betreiben und die Links, d.h. die Empfehlungen von anderen Webseiten auf die eigene Homepage im Blick zu haben?

Die Online-Publikation von Beiträgen eignet sich optimal dazu, Mentions (Erwähnungen) und Backlinks zu den jeweiligen Kunden aufzubauen. Dabei liefern wir Redaktionen sinnvolle und hochwertige Inhalte, die die Leser des entsprechenden Magazins ansprechen. Unser Motto ist „Qualität und Relevanz statt Quantität“. Der massenhafte Linkaufbau – wie früher üblich – in Foren oder SEO-Blogs macht keinen Sinn bzw. stellt sogar ein Risiko für das Ranking einer Webseite dar. Portale, die heute zum Beispiel mit großer Vorsicht zu genießen sind, sind Webkataloge, Artikelverzeichnisse, Bookmark-Verzeichnisse, Linknetzwerke und Co. Wir bauen hochwertige Backlinks von hoher Verweildauer auf, die das Backlinkprofil unseres Kunden mit der Zeit immer weiter stärken und Aufmerksamkeit für unsere Behandler schaffen.

Zur Bewertung von Linkquellen benötigt man Erfahrung. Um einschätzen zu können, ob ein Backlink „schlecht“ ist und das Ranking einer Webseite gefährdet, schaue ich immer wieder auf die Qualitätsrichtlinien von Google.

Der Linkabbau ist ein länger anhaltender Prozess und Bedarf neben einer Analyse einer Bewertung jeder Linkquelle mit anschließendem manuellen Linkabbau und Disavow-Prozess. Bei SEO-Agenturen, die versprechen, ein Linkprofil innerhalb von vier Stunden bereinigen zu können, würde ich noch einmal genau hinsehen. Wer alle durch Tools als schädlich bewertete Links ohne Prüfung abbaut, läuft Gefahr, seiner Webseite zu schaden.

Wie hilft es bei der Patientengewinnung, wenn man in Sachen Social-Media gut aufgestellt ist?

Gut gepflegte Social-Media-Kanäle bauen nicht nur eine Bindung zur Stammkundschaft eines Arztes auf, sondern helfen auch bei der Neugewinnung von Patienten. Social Media ist ferner ein gutes Werkzeug, um die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zu begreifen. Hier fährt man am besten mit authentischen und nützlichen Inhalten aus und zur Praxis/Branche. Werden die Inhalte z.B. auf Facebook geteilt, steigt die Reichweite. Kanäle, die sich meiner Meinung nach eignen, besonders für Behandlungen bestimmter Krankheitsbilder, für die man auch über die Grenzen einer Stadt hinaus nach einem Spezialisten sucht, sind YouTube und Instagram. YouTube steht als zweitgrößte Suchmaschine hinter Google ganz weit oben. Hier stehen wir unseren Kunden bei der Optimierung des Kanals und der Videos zur Seite.

Was sollten Arztpraxen im Umgang mit Social-Media auf jeden Fall beachten?

Jeder Social-Media-Kanal bietet einen unterschiedlichen Rahmen, in dem ich als werbende Person tätig werden kann. Hier muss ich mir vorab im Klaren sein, welche Verhaltensregeln mir dieser Kanal auferlegt und welche Möglichkeiten bestehen, auf einen Patienten zuzugehen. Wer an der falschen Stelle zu aggressiv Werbung platziert oder Social-Media-Nutzer zu werbend anspricht, wird keinen Erfolg haben. Auch reicht es nicht einfach aus, ein Profil zu erstellen und planlos Inhalte zu platzieren. Wer einfach einen Facebook Unternehmensprofil anlegt und auf einen Patientenstrom hofft, wird keinen Erfolg haben. Das Konzept steht an erster Stelle. Bevor ich einen Social-Media-Kanal nutzen möchte, muss ich vorab herausarbeiten, welche Ziele ich verfolge, welche Mittel mir zur Verfügung stehen und wie ich als Person oder Unternehmen auftreten möchte. Erst dann kann ich beurteilen, welche Social-Media-Kanäle meine Bedürfnisse im Rahmen meiner Möglichkeiten abdecken.

Social-Media-Kanäle, bei denen das Networking im Vordergrund steht (beispielsweise LinkedIn oder Xing) sollten Ärzte selbst verwalten. Wir beraten Sie allerdings gerne dabei!

Welcher Teil deiner Arbeit macht dir am meisten Spaß?

An meiner Arbeit macht mir am meisten Spaß, dass jeden Tag eine neue Aufgabe oder Herausforderung auf mich wartet. Eine favorisierte Tätigkeit lässt sich hier nicht herauskristallisieren.

Was magst du vielleicht nicht so gerne?

Webseitenbetreuung. Warum? Da ich es langweilig finde, Bilder und Inhalte auf Webseiten stupide auszutauschen. Da die Aktualität einer Webseite aber äußerst wichtig für den Online-Erfolg ist, führe ich diese Aufgaben natürlich dennoch gewissenhaft durch ;).

Letzte Worte?

Projektmanagement mache ich auch :) . Aber nein, ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Lieber David, herzlichen Dank für die Einblicke in deinen Aufgabenbereich.